In der erste Förderperiode stand die Entwicklung eines Multi-Marker-Risikopanels, das klinische Parameter des biologischen Alterns (BA) sowie Multi-Omics-Daten (Metabolomik, Proteomik, Genomik, Epigenomik, Mikrobiomik) in Flüssigbiopsien wie Blut- oder Stuhlproben umfasst, im Fokus. Der Schwerpunkt der zweiten Förderperiode von OUTLIVE-CRC liegt nun auf der Anwendung und Validierung der in der ersten Förderphase entwickelten personalisierten Ernährungsinterventionen bei junge Darmkrebs-Patient*innen unter 50 Jahren während der Nachsorgeuntersuchungen, um das neuartige und auf Flüssigbiopsien-basierende Multimarker-Risikopanel hinsichtlich seines Potenzials zur Identifizierung von Patient*innen mit einem hohen Rezidivrisiko bzw. eines Rezidivs im frühen Stadium zu validieren.
So soll gezielt die Prognose und Lebensqualität junger Patient*innen nach Darmkrebs verbessert werden. Ein ungünstiger Faktor für die Prognose junger Menschen könnte in der Diskrepanz zwischen chronologischem (CA) und BA sein, vor allem bei Patient*innen mit einem metabolischen Syndrom. Die Divergenz zwischen CA und BA kann durch die Ernährung als Expositionsfaktor beeinflusst werden und sich daher stark auf die klinische Prognose und die Lebensqualität während der Darmkrebsnachsorge auswirken.
Den Verbund koordinieren Prof. Dr. Stefanie Derer, stellvertretenden Direktorin und Arbeitsgruppenleiterin am Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck, und Prof. Dr. Nikolas von Bubnoff, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie des UKSH, Campus Lübeck, und Vorstand des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH). Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Vorhaben in der zweiten Förderperiode mit 2,81 Millionen Euro als „Forschungsverbund zur Prävention von Darmkrebs in jüngeren und künftigen Generationen“ im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs.
Zwei weitere Besonderheiten des Verbundes sind zum einen die kontinuierliche Partizipation von Patient*innen, um die Forschung und die wissenschaftliche Kommunikation eng an den Bedürfnissen von Betroffenen und ihren Angehörigen auszurichten. Zum anderen das vom OUTLIVE-CRC-Konsortium etablierte HARMONIZE-Projekt, welches die verbundübergreifenden Netzwerkaktivitäten aller vier geförderten Konsortien koordiniert. Zentrale Ziele des HARMOIZE-Projektes sind der Aufbau einer gemeinsamen Daten- und Bioprobenbank, der netzwerkübergreifende Technologietransfer sowie die Entwicklung standardisierter Analyseverfahren.

